Zurück aus China


Ich bin zurück aus China. Vierzehn interessante Tage liegen hinter mir.

Die Reise begann in Frankfurt a. M., mit dem Flieger direkt nach Peking. Die 9,5 Stunden Nachtflug waren zu ertragen – aber ich mag definitiv keine Nachtflüge! Wir waren eine kleine Truppe von sieben Leuten, die sich aus Leipzigern, Hallensern und Magdeburgern zusammensetzte. Unser lieber Xiao (gebürtiger Chinesse) waren sozusagen unser Reiseführer.

Die ersten vier Tage verbrachten wir in Peking – Sommerpalast, Verbotene Stadt, Hutongs und die große Mauer waren für mich die interessantesten Orte. Natürlich waren wir auch mal früh (um 5:30!) im Park – ich war überrascht wieviele Menschen (i.d.R. ältere) sich da aufhielten und ihre Morgenübungen machten. Die einen machten TaiChi, andere Musik, wieder andere tanzten. Einige widmeten sich der Kalligraphie und schrieben mit selbstgebauten grossen Pinseln und Wasser Schriftzeichen (Gedichte) auf die Gewegplatten.

In einer kleinen Ecke des Parks trafen wir auch auf einen alten Kampfkunstmeister (ich glaube er war bereits weit über siebzig), der dort seinem täglichen Training nachging. Zwei aus unserer Gruppe hatte bereits in der Vergangenheit bei ihm an der  selben Stelle trainiert. So war es auch diesmal wieder. Der Meister hatte etliche Waffen vorrätig, z.B. Kette und Speer. Sehr interessant das zu sehen.

Von Peking ging es mit dem Nachtzug Richtung Süden. Leider hatten wir auf der Hinfahrt keine Plätze im Schlafwagen bekommen und mussten somit in einem Zugabteil mit 100 anderen sitzend knapp 10 Stunden Zugfahrt hinter uns bringen. Anfangs ging es noch aber mit der Zeit will man sich irgendwie lang machen, was natürlich nicht funktioniert. Während der Nacht verlagert sich das Geschehen im Zug zunehmen auf den Boden, d.h. die bis dahin noch im Stehen dösten, gingen nach und nach zu Boden. Dementsprechend schwierig war es auch auf die Toilette zu kommen. Dort angekommen hatte man aber auch nicht mehr unbedingt Lust selbige zu benutzten🙂 Anyway … wir haben es überlebt. Nach den zehn Stunden Zug ging es dann nochmal knapp 3 Stunden mit dem Auto ins Shaolin-Kloster. Ich muss leider sagen, dass mich das Kloster nicht so beeindruckt hat … lag wahrscheinlich an meinen (falschen) Erwartungen.

Positiv zu bemerken ist, dass egal wo wir uns befanden, erstaunlich wenige Touristen bzw. Einheimische die Sicht auf die zu besuchenden Orte versperrten. Scheinbar hatte man kurz vor der Olympiade 2008 eine Art Touri-Stop verhängt. Für uns war das nat. wunderbar, so konnten wir uns überall frei bewegen.

Von Shaolin ging es weiter mit dem Auto in Richtung Wudang Shan. Da es bei unserer Ankunft dort bereits gegen Abend war und wir nicht mehr „rein“ konnten (Wudang Shan ist nur durch eine Einfahrt zu betreten, bei der man natürlich Eintritt zahlt) verbrachten wir die Nacht im Tal in einem 2*-Hotel. Ich schlief sehr gut🙂

Morgens ging es dann in die Berge. Im Wudang Shan verkehren kostenlos benutzbare Busse. Wir hatten allerdings einen eigenen kleinen Bus inkl. Fahrer gemietet um unabhängiger zu sein. Bei unserer Ankunft lagen die Berge in einem dichten Nebel, der es unmöglich machte die Umgebung zu sehen. Das war ca. 2 Tage so. Danach regnete der Nebel ab und gab die Sicht auf die wunderbare Bergkulisse frei.

Wir hatten zwei Trainer an Bord, die Xiao aus seiner Heimatstadt (Huangshi) mitgebracht hatte. Meister Chung unterrichtet zwei von uns in der Kunst der Langfaust und der Kette. Meister Yueng unterrichtet den Rest von uns in der Kunst des „5 Elemente TaiChi“.

Wir besichtigen natürlich verschiedene Klöster, z.B. Nanyan und natürlich auch das Kloster auf dem 1612 Meter hochgelegenen Tianzhu (chin. 天柱 „Himmelspfeiler“). Dorthin gelangt man auf  zwei Arten, mit der Seilbahn oder zu Fuss. Wir wählten natürlich die letztere🙂 Zum Gipfel sind knapp 6000 (!) Steinstufen zu steigen. Insgesamt durchquert man 3 Himmelstore bevor man am Ende auf dem Kipfel steht. Das ganz dauerte knapp 4 Stunden.

Nach knapp einer Woche verliessen wir Wudang Shan und fuhren mit dem Auto Richtung Wuhan und dann weiter in Xiaos Heimatstadt Huangshi. Es handelt sich um eine „Kleinstadt“ mit ca. 2Mio Einwohnern. Die Temperaturen, die bis dahin eigentlich erträglich waren, schossen hier unten im Süden auf um die 38 Grad hoch – es war scheiss heiss! In Huangshi wurden wir zu etlichen Essen eingeladen, wir bekamen Massagen und besuchten die lokale Sportschule.

Nach 2 Tagen machten wir uns auf die Heimreise. Erst mit dem Auto nach Wuhan, von der mit dem Schlafwagen (*jubbel*) nach Peking und von dort zurück nach Deutschland.

Es waren tolle 14 Tage in China!

Fotos finden sich hier.